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Blutkoppe und Rock Arch, Namibia
[PHOTO: Blutkoppe & Rock Arch]Entlegene Ecken können süchtig machen. Auch mit der Erkenntnis, dass die letzte Tour unvernünftig war, überwiegt die Freude am Ausloten von Grenzen. Ich fahre kurz nach Walvisbay rein. Dort wollte ich eigentlich zwei Tage verbringen, um den alten versandeten Hafen im Süden anfahren zu können. Ein kurzer Blick auf Häuser und Menschen langt jedoch, um mich nach einem kurzen Zwischenstop im Supermarkt (gutes Fleisch ist wirklich an jeder Ecke günstig zu bekommen) wieder in die Wüste zu schicken. [PHOTO: Vokelkopfberg Camping] [PHOTO: Vogelkopf Plateau] [PHOTO: Milkyway] Erste Station: die Region nahe dem Vogelkopfberg, die knapp 75km östlich von Walvisbay liegt Für alle die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen ist dies ein guter Ort. Ein Ort wo nichts ist. Sand, sehr flache Erhebungen und hier und da ein paar Steine. Auch hier ein Ort an dem die Entropie ihre Macht bezeugt. Hier kann sich ein Städter in der Einsamkeit suhlen, wissend, dass die Hauptstrasse 5km weiter ist und die Zivilisation nur 75km entfernt ist. Zweite Station: Blutkoppe Tiefer in die Wüste oder den Namib-Naukluft Park, die Große Welwitschia umfahrend, weil zu viele Busse in die Richtung fahren, direkt in die größte Urangrube des Planeten und drumherum. Ja, die Karte, die vom Tourisumsministerium ausgehändigt wird (und in zumindest zwei bekannten Reiseführern wiedergegeben wird), zeigt ein ein Weg, den es nicht mehr gibt. Die Blutkoppe ist heutzutage am besten über die off-road-Verbindung zu erreichen, die direkt von der C28 nach Norden führt. Auf gar keinen Fall die Verbindung, die weiter westlich nach Nord-Osten zur Blutkuppe führen würde! [PHOTO: Blutkoppe] Die Belohnung ist groß! Der Campingplatz, den ich zur Übernachtung angesteuert habe ist der schönste, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe! Ein grosses Granittheater oder Auditorium das von der Sonne in Blut getaucht wird. Es sind unglaublich Farben und auch das Material wirkt fremdartig. Man schreitet unter Stein und hört, wie Granit knirscht und bricht. Bizarre Steinformationen, die wie Gargoyles wirken. Es ist wirklich alter Granit (nach Aussage einer Geologin aus dem Uranbergwerk, die mich wieder auf dem rechten Weg gelotst hatte: über 400 Millionen Jahre!) und auch hier gewinnt die Entropie. "Campingplatz" bedeutet im übrigen, ein Steintisch, Steinstühle, ein Mülleimer und ein Schild. Dritte Station: Rock Arch Der Campingplatz an der Blutkoppe gab halt. Der Steintisch und die Steinstühle waren eindeutig menschlich und gaben einen gewissen Halt. Das hat mich dazu eingeladen noch tiefer in die Wüste vorzudringen. Also etwa eine Off-road-Tagesstrecke von der C28, die durch die Namib Naukluft führt zur Rock Arch. Einem Steinbogen im nirgendwo. An diesem Ort wird es dann wirklich gruselig, weil man ankommt und denkt: Ja! Jetzt bin ich ganz tief in der Wüste und ganz weit von allem anderen! Der zweite Gedanke ist dann: Ups! Jetzt bin ich ganz tief in der Wüste und ganz weit von allem anderen! Der zweite Gedanke ist im übrigen weit intensiver! ;-) [PHOTO: Rock Arch] [PHOTO: Ostrich Skeleton] [PHOTO: Desert Lizard] Es ist aber phänomenal schön. Hier sind Zebras, Giraffen, Hyänen und sicher viele andere Tiere (die drei habe ich aber zumindest gesehen oder gehört).